„Unser Wald“ – Projekt „Traubeneichen für den Galgenkopf“

29.11.2019

Gemeinsam für den Wald! hessenweite Spenden- und Pflanzaktion!

Dürre, Stürme und Borkenkäfer haben dem Wald im Untertaunus in den vergangenen zwei Jahren massiv geschadet. Bis vor kurzem noch zusammenhängende, geschlossene Waldgebiete verwandeln sich in kürzester Zeit zu Freiflächen. Hierbei greift häufig das Eine ins das Andere: Herbststürme reißen Löcher in einen bisher intakten Baumbestand, die verbliebenen, plötzlich freistehenden Bäume geraten in Stress und schaffen es nicht mehr, über Harzfluss dem Borkenkäfer Widerstand zu bieten. Der Borkenkäfer aber findet in den aktuell trockenen Sommern beste Bedingungen für seine Vermehrung und schafft es daher, auch große Waldgebiete zum Absterben zu bringen.

Ein ähnliches Schicksal hatte ein Waldgebiet am sogenannten „Galgenkopf“ im Staatswald des Forstamtes Bad Schwalbach, nahe der Ortschaft Kemel. Vor wenigen Jahren wuchs hier noch ein zukunftsträchtiger, mit ungefähr 35 Jahren relativ junger Fichtenwald. Wind und Käfer ließen die Fichten in kürzester Zeit auf eine kleine Restfläche zusammenschrumpfen, ein Ende dieser Entwicklung ist bisher nicht absehbar. Unser Ziel ist es nun, auf der entstandenen Freifläche einen Mischwald mit einem hohen Anteil an heimischer Traubeneiche zu etablieren. Die Eiche ist als lichtbedürftige Baumart auf ebensolche Freiflächen angewiesen – unter dem dichten Blätterdach von Altbäumen fehlt den jungen Eichen das Sonnenlicht zum Wachsen.

Pflanzfläche Galgenkopf (Foto: M. Kaller )

In der Vergangenheit wurden bereits auf Teilen des Galgenkopfes Eichen gepflanzt, dies soll nun im Frühjahr 2020 auf 1,5 Hektar fortgesetzt werden. Hierfür sind bereits 14.000 Traubeneichen, 500 Bergahorne und 500 Vogelkirschen bestellt. Die Pflanzen werden durch eine Forstbaumschule geliefert und auch durch diese von Hand gepflanzt. Zusätzlich erwarten wir den Anflug von Birken-, Lärchen- und Fichtensamen aus der Umgebung.

Wir erhoffen uns von den ausgewählten Baumarten den Beginn eines stabilen, klimarobusten und vielseitigen Waldes. Die Eiche bildet dabei als langlebige Baumart das „Grundgerüst“, Ahorn und Kirsche bringen als schnellerwachsende Arten ökologische Vielfalt in die Fläche. Die Kirsche bietet durch ihre Blüte im Frühjahr eine üppige Bienenweide, die Früchte erfreuen sich großer Beliebtheit in der Vogelwelt. Die Eiche hingegen wird erst in vielen Jahrzehnten ihren ökologischen Wert voll entfalten, wenn etwa die für unsere Region charakteristische Bechsteinfledermaus als Nachmieter in Spechthöhlen und Astabbrüchen mächtiger Bäume ihr Quartier bezieht. Und auch unsere Enkel und Urenkel werden durch sorgsame Nutzung wertvolles Eichenholz aus der Heimat verarbeiten können.

Die beschriebene Fläche steht allerdings nur beispielhaft für viele weitere plötzlich waldfrei gewordene Bereiche im ganzen Forstamt. Alle diese Flächen wieder zu bepflanzen – von alleine wachsen die gewünschten Baumarten leider nur selten – stellt uns vor eine große Herausforderung. Die Kosten für die Pflanzung allein auf dem Galgenkopf belaufen sich beispielsweise auf ca. 19.000 €. Hier würden wir uns über Ihre Unterstützung freuen, denn einen gesunden, vielseitigen Wald gibt es leider nicht zum Nulltarif. Immer wieder haben die Generationen vor uns selbst in wirtschaftlich weitaus schwierigeren Zeiten keine Mühen gescheut, um auf Brachflächen neue Wälder entstehen zu lassen – von denen wir heute profitieren! Sollten auch Sie in dieser Tradition etwas Gutes tun und einen Beitrag für die nachfolgenden Generationen leisten wollen, freuen wir uns über jede Spende für unsere Eichenpflanzung.

Aber auch durch Ihre aktive Mitarbeit können Sie die Wiederbewaldung unterstützen. Gerne können Sie (nach Anmeldung) am 21. März 2020 selbst Hand anlegen und allein oder mit Ihrer Familie junge Bäume im Bereich des Forstamtes Bad Schwalbach pflanzen.

Übersichtskarte Pflanzfläche Galgenkopf

Hinweis: Sie sind herzlich eingeladen, sich vor Ort ein Bild von unserer Projektfläche zu machen. Falls Sie die Fläche aufsuchen möchten, geschieht das Betreten des Waldes, auch auf Wegen, auf eigene Gefahr. Bitte achten Sie vor allem auf morsche oder absterbende Bäume und bleiben Sie auf den Forstwegen.

Autor: Maximilian Kaller (FTech Forstamt Bad Schwalbach)