Bibermanagment im Forstamt Romrod

15.02.2022

In einigen Vogelsberger Städten und Gemeinden ist der Biber, Europas größtes Nagetier, nicht mehr wegzudenken. Und das, obwohl er seit Ende des 19. Jahrhunderts in Hessen als ausgerottet galt. Erst in den späten 1980er Jahren wurden Versuche seiner Wiederansiedelung unternommen. Sie zeigten sich glücklicherweise erfolgreich und so kann der Biber auch hier wieder wichtige Arbeiten für die Natur verrichten. Allein im hiesigen Forstamtsbereich sind derzeit fünf bestätigte Bibervorkommen anzutreffen. Tendenz steigend.

Biber betreiben aktiven Artenschutz

Durch das Anlegen von Dämmen fördert der Biber aktiv die Artenvielfalt, die Renaturierung von Auenlandschaften und leistet einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und der Grundwasserbildung. Das Aufstauen von Wasser schafft dabei nicht nur Lebensraum für Wasserlebewesen, sondern auch für Insekten und Amphibien und lockt ebenso Störche, Enten und Wasserfledermäuse an. Darüber hinaus helfen seine Renaturierungsarbeiten bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlininen, indem er die Gewässer und Uferzonen in seinem Umfeld wieder in einen guten ökologischen Zustand bringt. Nicht nur der Biber selbst, sondern auch seine Bauten sind daher durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

ein durch einen Biber gefällter Baum

Kein Schadensersatzanspruch für Biberschäden

Sein reges Treiben führt mancherorts aber auch zu Konflikten. So beispielsweise durch Schäden an Obstbäumen oder wenn seine Dämme zu Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen, Wegen und Straßen führen. Diese Schäden sind ärgerlich, jedoch besteht derzeit für Schäden dieser Art kein Schadenersatzanspruch. Um in Konfliktsituationen zu vermitteln und Schäden bestmöglich gar nicht erst aufkommen zu lassen, werden im Moment an den hessischen Forstämtern sogenannte Biberbeauftragte ausgebildet. Diese sollen die Naturschutzbehörden als Ansprechpartner vor Ort unterstützen. Ihre Aufgaben sind die Beratung u.a. bei Problemfällen, der Erfassung der Biberreviere, der Durchführung von Präventionsmaßnahmen sowie der Bergung verletzter und toter Biber.

Ansprechpartner bei Biberfragen

Auch an unserem Forstamt Romrod wird es zukünftig einen Biberbeauftragten geben.
Künftig wird Herr Weisert von der ONB Gießen (Tel. 0641/303-5564) von unserem Funktionsbeschäftigten für den Naturschutz, Michael Zohner, unterstützt werden. Dieser wird Ihnen bei allen Fragen und Problemen rund um den Biber zur Verfügung stehen.
Erreichen können Sie Herrn Zohner unter der E-Mail-Adresse Michael.Zohner@forst.hessen.de sowie telefonisch unter 06636/91793-35.