Moore sind Klimakönner im Wald

02.12.2022

HessenForst pflegt nicht nur den Wald: auch Moore im Fokus des Landesbetriebs

Im hessischen Wald stehen am 5. Dezember, dem Weltbodentag, Moore als echte Klimakönner im
Mittelpunkt. Die Forstleute von HessenForst kennen die Bedeutung dieser besonderen Standorte
und kümmern sich seit Jahrzehnten um den Erhalt von Moorflächen. Echte Moore befinden sich
auf mindestens 140.000 Quadratmetern im hessischen Staatswald, insbesondere in den
Forstämtern Burgwald, Hofbieber, Reinhardshagen und Hessisch-Lichtenau.


Moore bestehen zu 95 Prozent aus Wasser und speichern mehr Kohlendioxid als jedes andere
Ökosystem. „Für unser Forstamt haben wir berechnet, dass in einem Hektar Moor zehnmal so viel
Kohlenstoff gespeichert ist, wie in den oberirdischen Baumteilen von einem Hektar Wald.“ erklärt
Eberhard Leicht, Leiter des Klimaforstamtes Burgwald.

Die Moor-Birke ist Baum des Jahres 2023 und auch hier im Roten Moor in der Rhön zu Hause. Foto: Raphael Rau


Um Kohlendioxid binden zu können, müssen Moore allerdings nass sein, andernfalls setzen sie
große Mengen des klimaschädlichen Gases frei. Nasses Moor – gut fürs Klima, trockenes Moor –
schlecht fürs Klima. Ihr Wasserhaushalt spielt auch für die umgebende Landschaft eine große
Rolle. So wie sie nach Starkregenereignissen Wasser wie ein Schwamm aufnehmen können,
geben sie es in Trockenzeiten auch an die Umgebung wieder ab. Außerdem sind sie für den
Artenschutz bedeutsam, denn ein intaktes Moor ist ein wertvoller Lebensraum für viele
spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.


In den vergangenen Jahrhunderten haben Menschen Moore zur Gewinnung von
landwirtschaftlichen Flächen trockengelegt oder den moortypischen Torf abgebaut. Im Wald
versetzen die Forstleute die Fläche in ihren ursprünglichen Zustand, indem sie die einst
trockengelegten Bereiche durch das Aufstauen von Gräben wieder vernässen und Fichten
entnehmen, die in den hessischen Mooren natürlich nicht vorkommen.

Unterstützt wird HessenForst dabei häufig von örtlichen Naturschutzvereinen und engagierten
Bürgern. Die Moor-Birke ist Baum des Jahres für 2023 und im kommenden Jahr Symbol für dieses
Handlungsfeld.

Für Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle von HessenForst (0561/3167-167) gerne zur
Verfügung.

Erhalt einzigartiger Lebensräume im Roten Moor

14.10.2021

Forstamt Hofbieber fördert die seltenen Birken-Moorwälder in der Rhön

Das Forstamt Hofbieber konnte im September dieses Jahres durch den gezielten Auszug von Fichten und Pflegemaßnahmen entlang des Roten Moores seltene Birken-Moorwälder fördern. Ziel war es, die für das Rote Moor typischen Karpartenbirke zu fördern.

In den vergangenen Jahrhunderten wurde der ursprünglich weit ausgedehnte Hochmoorkomplex in der Rhön durch menschliche Nutzung immer weiter zurückgedrängt. Die gezielte Ableitung des Wassers und die Abtorfung führten dazu, dass viele kostbare Lebensräume verschwanden. Dieser Entwicklung wurde durch die Ausweisung des Roten Moores als Naturschutzgebiet Ende der 1970er Einhalt geboten.

Ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz ist deshalb die Förderung der für das Rote Moor typischen Baumartengesellschaften, die von Karpartenbirken geprägt ist. Diese hat im Roten Moor ihr natürliches Verbreitungsgebiet und findet hier Böden vor, die nährstoffarm und ständig feucht sind. Diese standörtlichen Bedingungen bieten optimale Wuchsbedingungen für die Karpartenbirke.

Durch die Entnahme der zuletzt vorherrschenden Fichtenwälder wurde nun Platz für die natürlichen Moorwälder geschaffen, die normalerweise solche Moore prägen. Bereits Ende September hat eine Besichtigung der Maßnahmen mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde, des Biosphärenreservates Rhön und aus dem ehrenamtlichen Naturschutz stattgefunden, die äußerst zufrieden waren.

„Ab sofort kann hier wieder ein natürlicher Moorwald wachsen, der seltenen Pflanzen, Bäumen und Tieren einen Lebensraum bietet“, teilte der zuständige Revierleiter Joachim Schleicher an diesem Termin mit. „Die vollständige Bewaldung durch die Birken wird jedoch noch einige Jahre andauern. Die Flächen sollen einer natürlichen Entwicklung überlassen werden und weitere forstliche Maßnahmen sind nicht geplant.“

Hier entsteht ein typischer Karpatenbirkenwald am Roten Moor (Foto: F. Wilshusen / HessenForst)

Rückkehr zu einem Birken-Moorwald im Roten Moor

01.09.2021

Forstamt Hofbieber entnimmt Fichten angrenzend zum Roten Moor zur Förderung natürlicher Waldgesellschaften

Ab dem 09.09.2021 werden Fichtenbestände am Roten Moor mit dem Harvester durchforstet. Ziel dieser Maßnahme ist eine Umwandlung hin zu einem für Moore typischen lichten Birkenwald. „Durch die Entnahme des Altbestandes soll sich auf natürliche Art und Weise ein standortgerechter Wald aus Birken und weiteren Mischbaumarten entwickeln“, erklärt Joachim Schleicher, zuständiger Revierleiter.

Noch vor hunderten von Jahren wurde die Landschaft im Roten Moor von Birken-Moorwäldern geprägt. Durch Entwässerungsmaßnahmen, Schadstoffeinträge und Aufforstungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stocken dort heute oftmals Fichtenwälder. Natürliche Moorwälder sind sehr selten geworden. „Auch hier im Roten Moor wurden vor über 80 Jahren große Flächen mit Fichten in Reinkulturen aufgeforstet“, weiß Joachim Schleicher.

Zukünftig soll auf diesen nassen, nährstoffarmen und sauren Torfböden wieder ein typischer Birkenwald wachsen. Diese Wälder werden durch das Vorkommen von Moor- und Karpartenbirken, sowie Wald- und Bergkiefern geprägt. Sie finden sich oft in Randbereichen von Mooren. Kennzeichnend ist das Vorkommen von Torfmoosen und Zwergsträuchern wie beispielsweise der Rauschbeere.

Moorwälder gehören zu den streng geschützten Lebensraumtypen in Europa. Durch die Entnahme der Fichten bietet sich Raum zur Entwicklung einer natürlichen, standortgerechten Waldgesellschaft. Ansatzpunkte hierfür sind bereits vorhanden und sollen gefördert werden. Langfristig sollen keine weiteren Maßnahmen mehr notwendig sein. „Wir beziehen da die Kollegen vom Biosphärenreservat und andere amtliche oder ehrenamtliche Naturschützer intensiv ein“, ergänzt Herr Schleicher abschließend.

Beeinträchtigungen beim Besuch des Roten Moores lassen sich leider nicht vermeiden. Wir bitten alle Besucherinnen und Besucher die Sperrungen zu achten und danken für ihr Verständnis.


Bild 1: Fichteneinschlag mit einem Harvester. (Foto: F. Wilshusen / HessenForst)


Bild 2: Birken-Moorwald im Roten Moor (Foto: S. Ruppel / HessenForst)