Der Borkenkäfer

12.04.2019

Die Größe ist von Bedeutung oder Warum wir etwas tun?

Ein ganz kleiner Käfer von wenigen Millimetern Länge, der Borkenkäfer, kann riesengroße Bäume von über 30 m Höhe absterben lassen. Dies müssen wir aktiv bekämpfen, wenn wir den Nadelbäumen in unserer Umgebung eine Chance lassen wollen. In einem Nationalpark kann das großflächige Stehenlassen von mit Borkenkäfer befallenen Bäumen ein ökologisches Experiment mit spannenden Ergebnissen sein, im Wirtschaftswald ist dies aber nicht der Fall. Wir produzieren mit unserem Holz einen hochwertigen und klimaneutralen Rohstoff für alle Lebenslagen. Vom Papier im Büro über Brennholz und sogar ganzen Häusern ist Holz als Rohstoff unverzichtbar und aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Eine nachhaltige und planvolle Nutzung des Waldes bildet hierfür die Grundlage. Borkenkäfer hingegen lassen Bäume, insbesondere Fichten sehr schnell und in großen Zahlen absterben. Nach dem Borkenkäfer folgen weitere Insekten und Pilze, die die Qualität des Holzes schnell verringern. Das Holz ist kaum noch nutzbar. Um zu verhindern, dass noch mehr Bäume befallen werden, und so die Arbeit von Generationen von Förstern vernichtet wird, müssen wir alles unternehmen, um dies zu stoppen. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden wir im Forstamt verzichten. In manchen Fällen, wenn von einzelnen Bäumen keine Gefahr mehr für die benachbarten Wälder ausgeht kann es sein, dass diese auch stehenbleiben und als Totholz für den Naturschutz fungieren. Da sich die Käfer in einem Jahr in Generationen vermehren und somit in mehreren Wellen auftreten, kann es notwendig sein, dass wir mehrmals im Jahr im selben Waldstück befallene Bäume fällen müssen. Daher kann es das ganze Jahr über immer wieder, auch kurzfristig, zu Wegesperrungen, liegendem Holz am Wegrand und erhöhtem Verkehrsaufkommen im Wald kommen.