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Aktuelle Meldung vom 18.01.2017

10 Jahre Sturm „Kyrill“: HessenForst zieht Bilanz: 12 Millionen neue Bäume gepflanzt, Wiederbewaldung gelungen

Kyrill-Fläche

Kyrill verwüstete Teile des hessischen Waldes in wenigen Stunden - die Wiederbewaldung dauerte 7 Jahre (Foto: K. Kahle)

Der Sturm Kyrill tobte am 18./19. Januar 2007 über Deutschland, auch Hessen war stark betroffen. Auf einer Fläche von 73.000 Hektar – das entspricht etwa der Größe des Landkreises Limburg-Weilburg – fegte der Orkan starke Bäume um wie Streichhölzer. Die Folgen des Sturmes waren eine enorme Herausforderung für die hessischen Förster.

Schadensschwerpunkte in Hessens Wäldern

Schadensschwerpunkte in Hessens Wäldern

In Hessen fielen insgesamt ca. 7 Millionen Festmeter Holz den orkanartigen Böen zum Opfer. In Deutschland waren es 40 Mio. Festmeter, in Europa 67 Mio. Festmeter. Am aller stärksten betroffen waren die Forstämter Diemelstadt, Frankenberg, Biedenkopf und Schotten – insg. lag der Schadensschwerpunkt in Nord- und Mittelhessen.

Wohin mit so viel Holz?
Als Kyrill über das Land fegte, veränderte er das Gesicht des hessischen Waldes schlagartig. Es waren erschütternde Bilder, das Ausmaß des Sturmwurfs erschien endlos. Nur durch den engagierten Einsatz der Forstwirte und Förster vor Ort konnte das Chaos zügig beseitigt werden. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Partnern war ausgesprochen gut.
Kyrill verwüstete Teile des hessischen Waldes in wenigen Stunden – HessenForst stand vor einer herausfordernden Aufgabe: 800 Forstwirte von HessenForst, unterstützt von rund 150 hochmechanisierten Holzerntesystemen, waren zu Spitzenzeiten der Windwurfaufarbeitung im Einsatz. Sicherheit stand bei der Aufarbeitung an erster Stelle. In speziellen Sicherheitstrainings wurden die Einsatzkräfte in der gefährlichen Aufarbeitung von Sturmholz geschult.

Wiederbewaldung: 12 Millionen Bäume im hessischen Staatswald gepflanzt

Vorher-Nachher-Vergleich einer Kyrill-Fläche

Vorher/Nachher-Vergleich einer Kyrill-Fläche (Foto: L. Wagner)

Bis heute wurden allein im hessischen Staatswald von HessenForst rund 12 Millionen Jungbäume auf den Windwurfflächen gepflanzt. Auf den großen Freiflächen nutzten wir die Gelegenheit, an die jeweiligen Standorte angepasste Kulturen anzulegen und eine dem prognostizierten Klimawandel gewachsene Bewaldung zu begründen.
Ziel der Wiederbewaldung war eine intensive Förderung der Baumartenmischung: Denn Mischwälder sind deutlich stabiler als großflächige Reinbestände. Ergebnis der Bundeswaldinventur 3: Mischwälder dominieren inzwischen zu 86 % die Wälder Hessens.
Nach sieben Jahren war die Wiederbewaldung abgeschlossen, heute stocken in Hessen gesunde, stabile Mischwälder. Die Kulturen sind gut gelungen, auch die Holzvorräte haben sich durch verantwortungsvolle Holznutzung erholt und befinden sich auf einem bisher unerreicht hohen Niveau. Nun gilt es die gute Mischung der Baumarten langfristig zu sichern.