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Aktuelle Meldung vom 28.11.2017

Waldbauliche Sanierungsmaßnahmen im Hessischen Ried beginnen

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser unterzeichnet Rahmenvertrag mit Spitzenvertretern des Körperschaftswaldes

Regentropfen auf Eichenblatt

Die Wälder im Hessischen Ried müssen mit wenig Wasser zurechtkommen: Pflanzungen und waldbauliche Maßnahmen sollen sie jetzt stabilisieren. Parallel wird die Wasserproblematik angegangen (Foto: T. Ullrich)


Seit Jahrzehnten zeigt der Wald im Hessischen Ried deutliche Auflösungssymptome. „Ich bin sehr froh, dass mit dem heutigen Tag endlich Maßnahmen umgesetzt werden, die die Situation für den Wald vor Ort erleichtern“, sagte Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser in Lampertheim bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrages für die waldbauliche Sanierung zwischen dem Land und den Spitzenvertretern des Körperschaftswaldes. Experten und Wissenschaftler haben sich in den letzten Jahren intensiv mit den Symptomen, den Ursachen und potenziellen Gegenmaßnahmen beschäftigt. Der Runde Tisch „Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried“ hat hierbei alle Betroffenen einbezogen und Lösungsvorschläge erarbeitet, um die Wälder in Südhessen langfristig zu erhalten.

Jetzt beginnt die Umsetzung. Im Rahmen einer Pflanzaktion im Wald des Forstamtes Lampertheim gab Staatssekretärin Dr. Tappeser den Startschuss für einen wichtigen Baustein: Die Wälder im Hessischen Ried werden saniert – spezielle Pflanzungen sind in Vorbereitung.

Als erste Maßnahme werden nun mit den betroffenen waldbesitzenden Kommunen Rahmen- und Einzelverträge über waldbauliche Maßnahmen vereinbart, die im gesamten Hessischen Ried vorhandene Waldbestände stabilisieren sollen. „Wir nutzen jetzt die Gunst der Stunde um die Wälder nicht nur auf die Grundwasserproblematik auszurichten, sondern auch auf die Auswirkungen des bereits einsetzenden Klimawandels. Die Wälder im Hessischen Ried werden so ganzheitlich stabiler“, so Dr. Tappeser weiter. Ein Schwerpunkt stellt dabei die Sanierung von naturschutzfachlich bedeutsamen Eichenwäldern dar. Auch im Staatswald werden Pflanzungen erfolgen.

Weitere Schritte zur Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches werden durch die Landesregierung vorangetrieben. So soll wissenschaftlich untersucht werden, welche Effekte die temporäre oberflächliche Zuwässerung auf die Optimierung des Bodenwasserhaushalts und die Waldbestände haben kann. Hierzu wurde ein Förderantrag an den Waldklimafonds der Bundesregierung gestellt.

Weiterhin sollen die Optionen für ein Pilotprojekt für eine optimierte Aufspiegelung des Grundwassers im Hessischen Ried im Jägersburger und Gernsheimer Wald vertieft untersucht werden. Ziel der Untersuchung ist herauszufinden, wie eine Aufspiegelung umgesetzt werden kann, so dass möglichst große Anteile wertvoller Eichen-Hainbuchenbestände im FFH-Gebiet Gernsheimer-/Jägersburger Wald wieder Grundwasseranschluss erhalten und die dort typische Vegetation möglichst bald wieder einen guten Erhaltungszustand erreicht. Vorgabe für das Pilotprojekt ist die Sicherstellung des Vernässungsschutzes für Siedlungs- und Ackerflächen.

Haushaltsmittel in Millionenhöhe bereitgestellt
„Wie ernst es der Hessischen Landesregierung ist verdeutlicht auch ihr finanzielles Engagement. Für die entsprechenden Maßnahmen wurden 2017 im Haushalt schon 4,1 Millionen Euro bereitgestellt. Im Entwurf für den Doppelhaushalt 2018/19 ist ein Bewilligungsvolumen von 4,2 Millionen Euro, bzw. von 5,96 Mio. € in 2019 für die Waldsanierung im Hessischen Ried vorgesehen“, versicherte Staatssekretärin Dr. Tappeser. „Den Wäldern im Hessischen Ried soll es künftig besser gehen und dem Land ist es angesichts der Waldschäden wichtig, kommunale Waldbesitzer bei dieser Aufgabe nicht allein zu lassen“, so Dr. Tappeser abschließend.