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Aktuelle Meldung vom 19.12.2018

Burgwaldmoore gefördert

Großer Moorweiher Franzosenwiesen (Foto: E. Leicht)

Großer Moorweiher Franzosenwiesen (Foto: E. Leicht)

Die Moore im Burgwald sind durch Quell- und Hangwasser entstanden. Sie sind zum Teil sehr alt. Das lässt sich anhand von Blütenpollen, die in den Torfschichten eingelagert sind, erkennen. Das älteste bekannte Burgwaldmoor ist ca. 4000 Jahre alt. Es entstand in dem Zeitraum, in dem die Buche in die mitteleuropäischen Eichenmischwälder einwanderte.

Eine im vergangenen Jahr abgeschlossene Studie des Göttinger Biologen Philipp Küchler belegt, dass es nicht nur mittelalterliche und neuzeitliche Moore gibt, sondern dass ein Großteil der Moore auch heute noch kräftig wächst. In den Jahren 2016 und 2017 hatte Küchler im Auftrag der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und von HessenForst eine detaillierte Bestandserfassung durchgeführt und einen Managementplan erarbeitet. Er stellte fest, dass viele Moore, die vor mehreren Jahrzehnten entwässert und bepflanzt wurden, noch existieren und wiederbelebt werden können. Seinen Berechnungen zu folge sind derzeit in den Burgwaldmooren ca. 20.000 t Kohlenstoff gespeichert.

Viele hochgradig spezialisierte Pflanzen sind an die nährstoffarmen und sauren Bedingungen der Moore angepasst. Im Burgwald sind beispielsweise das schmalblättrige Wollgras, die Moosbeere, die Glockenheide, der rundblättrige und mittlere Sonnentau und die Moorlilie zu finden. Auch seltene, unter Schutz stehende Libellenarten wie die Arktische Smaragdlibelle, die Östliche und die Große Moosjungfer (beide FFH-RL Anhang IV) kommen hier vor.

Die Torfmooskörper wirken ausgleichend auf den lokalen Wasserhaushalt und sind auch deshalb sehr wertvoll.

Um die Burgwaldmoore zu fördern, stellte das Hessische Umweltministerium in den Jahren 2017 und 2018 einen sechsstelligen Betrag bereit.

Mit einem Teil des Geldes ließ das Forstamt Burgwald in der Nähe der Franzosenwiesen auf rund 3 Hektar Fichten entfernen. Nach ihrer Pflanzung wuchsen die Bäume seit ca. 50 Jahren auf den Moorflächen. Das Forstamt baute die damals angelegten Entwässerungsgräben nun zurück und legte zwei Himmelsteiche an.

Da Nassstandorte sehr befahrungsempfindlich sind, kam bei der Holzernte eine Seilkrananlage zum Einsatz. Der Maschinenführer brachte die angefallenen Holzmengen an den Weg ohne die Moorböden zu befahren. Das unter den Fichten verborgene Moor mit Torfmächtigkeiten von über einem Meter kann sich nun wieder natürlich entwickeln.

Die Mitarbeiter von HessenForst stellen in diesem Jahr das „Rote Wasser“ frei und planen eine größere Waldumbaumaßnahme abzuschließen. Laubbäume im Wassereinzugsgebiet der Moore sollen die aktuell dort wachsenden Nadelbäume ablösen und die Tiefenversickerung von Niederschlagswasser erhöhen, um so das Moorwachstum zu fördern.

Ein ausführlicherer Bericht zum Moormanagement im Burgwald ist im „Jahrbuch Naturschutz in Hessen Band 17, 2018“, das am 21.12.2018 erschien, veröffentlicht.