Wald erleben

5. Hessisches Waldpädagogikforum

Schule der Zukunft: Bits und Bytes im Lernort Wald

Die Teilnehmer/-innen spannen ein „Sinnesnetz“ (Foto: A.Hoff)

Die TeilnehmerInnen spannen ein „Sinnesnetz“ (Foto: A. Hoff)

Der Frage ob und wie digitale Medien und Waldpädagogik zusammengeführt werden könnten ging das fünfte Waldpädagogikforum in Weilburg nach. Das Forstliche Bildungszentrum in Weilburg gab dieser gemeinsamen Veranstaltung von HessenForst und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Hessen, am 9. November 2017 einen komfortablen und gebührenden Rahmen. Über hundert Experten und Interessierte der hessischen Umweltbildung kamen zusammen. Alle zwei Jahre bietet dieses Forum einen Raum, um neue Trends und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.

Neue Medien sind längst im Wald angekommen und spielen in der Waldpädagogik eine zunehmend große Rolle. Sollen sie auch – denn darüber war sich das Plenum einig: sich gegen die sogenannte Digitalisierung zu stellen, ist wie etwas gegen das Wetter zu haben. Kann man machen, nützt aber nichts.

Silke Bell, Koordinatorin der Umweltschulen in Hessen betonte, dass die althergebrachten Lehrpläne der Schulen als überholt gelten und einer Kompetenzorientierung weichen, die sich an der Bildung von Haltung und Einstellung orientiert. Dabei sind drei Dimensionen von übergreifender Bedeutung:

  • Demokratie und Teilhabe/zivilgesellschaftliches Engagement,
  • Selbstbestimmtes Leben in der medialisierten Welt,
  • Nachhaltigkeit/Lernen in globalen Zusammenhängen.

Der Lernort Wald spielt dabei eine zentrale Rolle.

Dr. Petra Frach und Marc Holzhäuser von der Jakob-Mankel-Schule in Weilburg stellten ihre jahrelange Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendwaldheim vor. Waldtage sind hier in jedem Jahrgang fester Bestandteil des Curriculums. Dabei nutzen die Kinder das Gelernte aus dem Unterricht und erfahren zugleich, wie man dieses Wissen praktisch anwenden kann. Ganz nebenbei entstehen dabei Insektenhotels, werden Präsentationsfähigkeiten geschärft und der Mikrokosmos Boden erforscht.

Großes Interesse bei den Workshops: Finde Vielfalt – Biodiversität erleben mit Geogames (Foto: A. Rosenthal)

Großes Interesse bei den Workshops: Finde Vielfalt – Biodiversität erleben mit Geogames (Foto: A. Rosenthal)

Die Medienpädagogen und Filmemacher Astrid und Wilfried Brüning stellten die reale und die digitale Welt vor, mit denen Kinder heute konfrontiert werden und in denen sie sich zu Recht finden müssen. „Die digitale Revolution ist unumkehrbar. Wir müssen unseren Kindern Medienkompetenz vermitteln, damit sie Herr in ihren Köpfen bleiben und sie die Medien bestimmen und nicht umgekehrt“ betonte Winfried Brüning. Anschaulich und mit viel Engagement vermittelten die Filmemacher wie wichtig Fantasie und Flexibilität, Mediennutzung statt Medienkonsum und Wertschätzung und Anerkennung gegenüber unseren Kindern sind. Lebenstüchtigkeit gehe dabei vor Medientüchtigkeit.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten am Nachmittag in vier verschiedenen Workshops den Einsatz neuer Medien in der Waldpädagogik. Neben dem Vergleich von analogen und digitalen Lehrmitteln, dem Einsatzspektrum von Smartphone, Tablett, App und Co. wurden auch ein paar erlesene digitale Geräte, wie beispielsweise LCD-Mikroskop, Action-Cam und Endoskop auf ihre Anwendbarkeit in der Waldpädagogik überprüft.

Das nächste Waldpädagogikforum findet 2019 statt.

4. Hessisches Waldpädagogikforum