Ayla

Trauriger Abschied von Polarwölfin Ayla

Ein schwerer Schlag hat den Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau noch einen Tag vor Weihnachten getroffen. Am 23.12.2017 sollte Ayla an der Pfote operiert werden – mit einer leichten Narkose. Sie hatte die Pfote schon tagelang trotz Schmerzmittel kaum noch aufgesetzt. Ayla hat es leider nicht auf den OP-Tisch geschafft. Ihr Herz hat schon auf dem Weg zur OP aufgehört zu schlagen. Auch Wiederbelebungsmaßnahmen brachten keinen Erfolg. „Ayla ging es schon seit längerem nicht mehr richtig gut, ihr hohes Alter von knapp 14 Jahren hat ihr schwer zugesetzt.“, Wolfsmutter Dr. Marion Ebel ist in großer Trauer. „Wir haben alles versucht, um Ayla die Operation zu ersparen“. Ayla war von den drei handaufgezogenen Polarwölfen Ebels großer Liebling. „Wer erinnert sich nicht an die vielen großartigen Wolfsheulerlebnisse im Wildpark?“ Doch bereits Mitte 2017 wurden nach dem Tod von Khan Ende 2015 die Wolfsheultermine eingestellt. Scott hat kaum noch Stimme und auch Aylas „Ode an die Freude“ erklang nur noch ganz zart und heiser. „Scott und Ayla hatten ihren Altersruhestand verdient“, so die Wildbiologin, die sich jetzt um den verbliebenen Scott große Sorgen macht. Dieser hat nun beide langjährigen Freunde verloren, eine schlimme Situation für ein Rudeltier.
In freier Natur werden Polarwölfe meistens nur ca. 9 Jahre alt. Die Trauer im gesamten Wildparkteam, ist riesig. Ayla hinterlässt eine große Lücke im Herzen des Teams.

Neues aus dem Tierreich

Noahs Arche
Immer mehr Tierarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Viele Organisationen, aber auch Einzelpersonen versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Auch der Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau trägt z.B. durch seine jahrzehntelange Teilnahme am internationalen Zuchtprogramm dazu bei, die biologische Vielfalt unserer Heimat zu erhalten. Er fungiert quasi als moderne Arche Noah. Hierzu zählen unsere Bemühungen zum Erhalt des Wisents.


Wisente gehören zu den gewaltigsten Wildtieren unserer Heimat. Der Wisent ist der größte europäische Vertreter der Boviden, den sogenannten Hornträgern. Er gehört zu den besonders bedrohten Tierarten und wird mit hohem Aufwand durch Zuchtkoordination geschützt. So wurde unser junger Wisentstier Fachim nach Saarbrücken abgegeben, um dort die Zucht neu zu beleben. Unsere junge Wisentkuh Fairytail wiederum wurde nach Gersfeld gebracht, um die Gene der dort lebenden Wisente aufzufrischen. Wenn alles klappt, wird noch in diesem Jahr die Wisentkuh Fatu den Weg in einen anderen Park und somit in eine neue Heimat antreten. Für frisches Blut im Wildpark „Alte Fasanerie“ sorgen derweil Abia und Abnette, die im letzten Monat aus dem Nationalpark Bayerischer Wald zu uns kamen und sich schon gut in unsere kleine Herde integriert haben.

Luzy vom Luzernenfeld
Ende Oktober kam auch Luzy, ein Rehkitz, das Mitte Mai verletzt in einem Luzernefeld in Mannheim gefunden wurde, zu uns in den Park. Luzy hatte beim maschinellen Mähen eine tiefe Fleischwunde erlitten. Nur Dank erster Hilfe und guter Pflege durch eine private Pflegefamilie aus Gaiberg hat sie überlebt. Ihr Geschwisterchen hatte leider nicht so viel Glück und starb noch auf dem Luzernefeld. Nach ihrem Einzug ins hiesige Rehgatter gab es anfänglich handfeste Auseinandersetzungen (Schlägereien) mit Mary und Daisyreh, den zwei handaufgezogenen Rehen der Fasanerie. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Unsere drei Grazien haben sich an die neue Wohnsituation angepasst und scheinen jetzt friedlich miteinander zu koexistieren.


Freigang mit Fernblick
Unsere 6 jungen Waschbären sind aus dem Kinderzimmer ins Waschbärengehege umgezogen. Nach einer Woche im abgeschlossenen Rundbau können sie jetzt das ganze Gehege ihr eigen nennen. Sie haben jetzt die Wahl und können die Tage und Nächte auch schlafend im Außengehege auf den Bäumen verbringen. Der Blick von oben aus weiter Ferne auf uns Menschen scheint den Bärchen dabei besonders gut zu gefallen.