Kleine Spender mit großem Herz für Tiere

Langenselbolder Mädchenclique MIV sammelt für die Alte Fasanerie Hanau

Alles begann zunächst beim Sachkundeunterricht in der Schule. Thematisiert wurde der wichtige Schutz der Fledermäuse in der Region. Eine Idee war geboren: Mehrere Sams- und Sonntagnachmittage opferten drei junge Mitglieder des selbsternannten MIV Clubs Langenselbold, um die nachtaktiven Flattertiere der Alten Fasanerie Hanau zu unterstützen.

Vorne, am Gehweg einer kleinen Nebenstraße Langenselbolds, wo die drei Mädchen zuhause sind, bauten sie einen Verkaufstand auf. Angepriesen wurden unter anderem selbstgemalte Bilder, alte Bücher, CDs, Muscheln und nicht mehr genutztes Spielzeug. Das Wetter spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Egal ob warm oder kalt, ob sengende Sonne oder Regen – die tapferen drei Mädchen von MIV kümmerte das nicht; das Ziel verloren sie nicht aus den Augen.

Aber damit nicht genug: Im Herbst 2017 wurde eine Terrasse kurzerhand zur Zirkusmanege umgebaut und die halbe Nachbarschaft gegen Vorkasse zu einem bunten Akrobatik- und Tanzspektakel gebeten. Die Ausbeute des MIV Clubs war am Ende ein Verkaufsertrag von 102,76 Euro, der letzten Endes nicht nur den Fledermäusen sondern allen Tieren der Fasanerie zu Gute kommen sollte.

Mit leuchtenden Augen und klopfenden Herzen wurde das mit Kleingeld bis zum Rand gefüllte Marmeladenglas vor wenigen Tagen offiziell an den Förderverein Wildpark übergeben. Christian Schaefer, Leiter der Alten Fasanerie Hanau, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der drei jungen Mädchen: „Nun ist unsere Fasanerie schon 50 Jahre alt, aber solch junge Spender mit einem so großen Herzen für unsere Tiere hat es vorher noch nie gegeben! Die positive Einstellung und Idee der Mädchen ist vorbildlich und heutzutage sicherlich nicht alltäglich.“

Als kleines Dankeschön zeigte Schaefer den Mädchen des MIV-Clubs kurzentschlossen bei einer Privattour die einzelnen Gehege der Alten Fasanerie. Und das entschädigte die Drei dann für all ihre Mühen, denn so nah waren sie ihren geliebten Tieren vorher noch nie.

MIV – der Name setzt sich zusammen aus den drei Vornamen von Marie S. (8 Jahre), Isabelle G. (9 Jahre) und Vanessa G. (11 Jahre), Freundinnen und Nachbarn aus Langenselbold. Ihre große Leidenschaft für Tiere entdeckten die Mädchen schon früh. Mehrere Male im Jahr besuchten sie mit Familie, Kindergarten und Schule die Alte Fasanerie in Hanau. So war die Idee, durch den Mini-Flohmarkt und den Zirkus, Geld für die Tiere zu sammeln, kurz entschlossen und schnell in die Tat umgesetzt worden.

Vorsicht Eichenprozessionsspinner!

Wie überall auf den Eichen in unserer Region kommen in diesem Jahr auch im Wildpark Eichenprozessionsspinner (EPS) vor. Wir haben entlang der Wege alle erkennbaren Nester von einer Spezialfirma entfernen lassen. Eine 100%ige Entfernung aller EPS-Nester im gesamten WildparkWald können wir aber nicht garantieren. Allergisch auf EPS reagierende Personen werden um Vorsicht gebeten

Eichenprozessionsspinner

Die Marderhunde - Sympathieträger in der Fasanerie

Stadtwerke Hanau helfen Hessischem Forstmuseum „aus der Klemme“

„Grünröcke oder auch Grünkittel“ lautete die übliche Bezeichnung für die in grünes Tuch gekleideten Jäger und Förster vergangener Tage. Über eine seltene Sammlung historisch alter Forstuniformen verfügt das Hessische Forstmuseum im Wildpark „Alte Fasanerie“. Und genau dieser drohte es jetzt, „an den grünen Samtkragen zu gehen“. „Eigentlich nicht auszudenken, in welchen Schwierigkeiten wir gesteckt hätten, wenn uns nicht die Stadtwerke Hanau sofort hilfsbereit unter die Arme gegriffen hätten“, so die Leiterin des Forstmuseums Sabine Scholl. Michael Römhild, Leiter Zentraler Service, stellte kurzerhand einen trockenen und abgeschlossenen Raum für die heimatlos gewordene Raritätensammlung des Forstmuseums zur Verfügung.

Aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten müssen noch in diesem Monat alle Zimmer des denkmalgeschützten Forstamtes Hanau-Wolfgang in Rodenbach geräumt werden. Zwar können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstamtes für die geplante Renovierungsdauer von einem Jahr im Fliegerhorst in Erlensee / Langendiebach unterschlüpfen, für die traditionsreiche alte Uniformensammlung des 2001 verstorbenen Museumsgründers, Dr. Helmut Puchert, hätte es dort allerdings keinen Platz mehr gegeben.

Schon wurden Rufe nach der „Altkleidersammlung“ laut, aber für den Vorsitzenden des Fördervereins für das Hessische Forstmuseum Kurt Schäfer keine Option. „Die alten Uniformen sind nicht nur Kennzeichen eines traditionsreichen Berufstandes, der vor langen Zeiten aus dem Jägerstand erwachsen ist. Sie spiegeln auch die Zeitgeschichte und den Zeitgeist eines Berufes wider, der starken gesellschaftlichen Wandlungen unterworfen war“, so Schäfer. Neben über 100 Jahre alten preußischen Ausgeh- und Walduniformen gehören Stücke aus vielen Zeitepochen seit dem 19. Jahrhundert dazu.

Seit mittlerweile siebzehn Jahren steht das Hessische Forstmuseum in der „Alten Fasanerie“ in Hanau den Wildparkbesuchern offen. Die Dauerausstellung vermittelt Eindrücke zur Historie längst vergessener Waldgewerbe, berichtet von den Anfängen der Entwicklung einer geregelten Forstwirtschaft und verdeutlicht anhand alter Maschinen und Werkzeuge den Alltag und die Schwere vergangener Waldarbeit. Im historischen Försterzimmer ist die Walduniform eines Preußischen Forstmeisters von 1869 ausgestellt. Die Förster früher galten häufig als autoritäre Respektspersonen, die über Forstordnungen und –weisungen eine geregelte Nutzung des Waldes – ganz im Sinne ihrer Landesfürsten - durchsetzten. Damit machten sie sich beim einfachen Volk oft sehr unbeliebt. Zahlreiche Konflikte, die entweder für die Förster oder aber die Wild- und Holzdiebe im sicheren Grab auf dem Friedhof endeten, zeugen vom unerbittlichen Kampf beider Seiten.

Über ein buntes und erlebnisreiches Veranstaltungsprogramm und jährlich wechselnde Ausstellungsbeiträge (zurzeit „30 Jahre Biber in Hessen“) versucht das Forstmuseum, den Menschen in der Region den einheimischen Wald ein Stückchen näher zu bringen und einen Bildungsbeitrag zu erfüllen. Nähere Informationen unter www.erlebnis-wildpark.de

Neues aus dem Tierreich

Es klappert wieder

Mit roten Strümpfen und schwarz-weißem Röckchen marschiert er wieder über Wiesen oder watet durch sumpfige Landschaften. Er ist der Schutzpatron unserer Babys und allgemein als Glücksvogel bekannt. Wenn der Weißstorch nach einem langen Winter am Himmel auftaucht kehren Optimismus, Lebensfreude und der Sommer zurück. Sein Weg zu uns ist weit – egal ob er die westliche oder die östliche Route wählt; rund 10000 km müssen die Störche zurücklegen, wenn sie aus ihren Quartieren in Afrika aufbrechen, sobald sie das Heimweh packt. Der Storchenmann reist voraus, besetzt den ehelichen Horst und klappert, bis das Weibchen sich endlich ins gemachte Nest setzt. Die Arbeit der Jungenaufzucht wird vorbildlich geteilt.
Der Storch ist ein Kulturfolger – er liebt den Menschen, was man nicht von vielen Wildtieren behaupten kann. Die Freundschaft begann, als der Mensch den Wald rodete und Wiesenflächen schuf, die dem Storch das Leben komfortabler machten.
Es ist übrigens keine Gottesliebe die ihn auf Kirchtürme treibt, sondern eine realistische Selbsteinschätzung seiner Flugkunst: von oben startet es sich einfach leichter.
Da unsere erwachsenen Wildpark-Störche alle gehandicapt sind (Bein- bzw. Flügelverletzungen), musste der Horst am Boden errichtet werden. Wir hoffen trotzdem, dass es mit dem Nachwuchs in diesem Jahr klappt und der Storchennachwuchs von hier aus im Herbst seine weite Reise nach Afrika antreten kann, um dem kalten Winter zu entgehen.

Urrinder

Ganz frisch bei uns eingetroffen ist am 2. Mai ein Auerochsenkälbchen. Da das Geschlecht noch nicht bekannt ist, hat das Jungtier noch keinen Namen. Mutter und Kalb sind wohlauf und erfreuen die Besucher. Auch bei unseren Hochlandrindern hat es in den letzten Wochen zweimal Nachwuchs gegeben.


Bitte keine Arztbesuche

Unser Hauskater Herr Schulze, der sich den Tierpark und seine Mitarbeiter als Heimat selbst ausgesucht hat, ist in den letzten Wochen zusehends gebrechlicher geworden. Trotz regelmäßiger Aufforderung des Personals, er könne auch die Gebäude des Wildparks zum gemütlichen Aufenthalt nutzen, lehnt er dies weiterhin strikt ab. Auch ärztliche Behandlung wird nur missbilligend von ihm in Kauf genommen und von ihm in den Folgetagen mit Abwesenheit gestraft. Allen Besuchern sei hiermit kundgetan, dass der Kater von uns versorgt und auch medizinisch betreut wird. Herr Schulze hat mittlerweile das 16. Lebensjahr erreicht, was sich für einen „Straßenkater“ sehen lassen kann.