Rotenburg – Seit Ende 2024 war der Bereich rundum die Burgruine Rodenberg – auch als „Alter Turm“ bekannt – aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ursache waren starke Trockenschäden an den Buchen, die eine akute Gefahr durch herabbrechende Baumteile darstellten. Auf Wunsch der Stadt Rotenburg wurden die Gefahrenbäume nun im Auftrag von HessenForst unter Auflagen des Denkmal- und Naturschutzes fachgerecht gefällt. Nach Abschluss der Verkehrssicherungsmaßnahmen ist das Areal nun wieder für Wanderer und Erholungssuchende zugänglich.
Der Zustand der alten Buchen hatte sich damals innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtert. Es fanden sich unterschiedlich stark ausgeprägte Schädigungen
bis hin zum vollständigen Absterben einzelner Bäume, erklärt Steffen Wildmann, Leiter des Forstamtes Rotenburg. In gemeinsamer Abstimmung suchten in den vergangenen Monaten Fachleute der Stadt Rotenburg, des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde und des Forstamtes Rotenburg nach Möglichkeiten, die festgestellten Gefahren an diesem besonderen Ort zu beseitigen und die Sperrung wieder aufzuheben.
„Die mittelalterliche Burg auf dem Rodenberg in Rotenburg stellt ein hochkarätiges und stadtgeschichtlich bedeutsames Kulturdenkmal dar“, erklärt Bezirksarchäologin Frau Dr. Eveline Saal von der Abteilung Hessen-Archälogie am Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Bei der Durchführung der Verkehrssicherungsmaßnahmen waren daher umfangreiche Auflagen zu beachten, um das Denkmal durch die Arbeiten nichtzugefährden.
Am Alten Turm kommt ein hoher Besucherverkehr mit schnell fortschreitenden Waldschäden zusammen. „Die Stadt Rotenburgfreut sichdaher,dass mit der Durchführung der Verkehrssicherungsmaßnahme das Betreten der Burgruine Rodenberg für Erholungssuchende von nah und fern wieder ermöglicht wird und so ein Highlight des Premiumwanderweges ,Stölzinger Runde‘ wieder für Touristen und Wanderer zugänglich bleibt“, sagt Ulf George von der Stadt Rotenburg.Gleichzeitig sei allen Beteiligten bewusst, dass sich das Waldbild rund um die Ruine verändert habe und sich auchweiterhin verändern werde. Insgesamt wurden 15 große Buchen gefällt. Die Baumstämme und Äste verbleiben aus naturschutzfachlichen GründenaufdemGelände.
„Umso wichtiger war es, dass alle Maßnahmen eng zwischen den Fachleuten abgestimmt waren, um auch die naturschutzfachlichen Belange bei der Durchführung der im öffentlichen Interesse stehenden Verkehrssicherungsmaßnahme umfassend zu berücksichtigen“, ergänzt Michael Herzog, Funktionsbeamter Naturschutz im Forstamt Rotenburg.Zuvor wurden alle zur Fällung anstehendenBäume auf vorhandene Habitatstrukturen, wie etwa Höhlen, untersucht. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde befunden, dass der notwendige Eingriff im Rahmen der Verkehrssicherung naturschutzfachlich vertretbar ist.
Text: HNA (Rotenburg-Bebraer Allgemeine/Autorenkürzel "ebe")