13. Oktober 2026 – Vertreterinnen und Vertreter aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Wissenschaft diskutierten aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen rund um das Thema Wolf in Hessen.
Im Mittelpunkt des von HessenForst moderierten fachlichen Austauschs standen insbesondere die geltenden gesetzlichen Regelungen und deren Auswirkungen auf den Umgang mit dem Wolf in Hessen. Darüber hinaus wurden aktuelle Aspekte aus der Arbeit des Wolfszentrums Hessen vorgestellt. Der interdisziplinäre Austausch bot den Teilnehmern die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und den jeweiligen Interessensvertretungen einzubringen und miteinander zu diskutieren.
Die Sitzung der Arbeitsgruppe Wolf war von einem sachlichen und konstruktiven Dialog geprägt. Unterschiedliche Einschätzungen und Interessen wurden offen angesprochen und im fachlichen Austausch zusammengeführt. Dabei wurde deutlich, dass ein regelmäßiger und transparenter Dialog zwischen den beteiligten Akteuren eine wichtige Grundlage für einen fachlich fundierten Umgang mit dem Wolf darstellt.
Der Schwerpunkt der AG ist die Weiterentwicklung des Umgangs mit dem Wolf in Hessen. Um das hessische Monitoring weiter zu stärken, wurde bei dem Treffen beschlossen, die aus AG-Mitgliedern bestehende Unterarbeitsgruppe Qualitätssicherung zu gründen.
Zum Abschluss betonten die Teilnehmer den hohen Stellenwert des kontinuierlichen Austauschs zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse, Hinweise und Anregungen sollen in die weitere Arbeit der beteiligten Institutionen einfließen und dazu beitragen, das hessische Wolfsmanagement kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die offene und fachorientierte Herangehensweise verdeutlicht die Bedeutung der AG Wolf als Forum für den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Hintergrund
Das Wolfszentrum Hessen
Das Wolfszentrum Hessen (WZH) ist die zentrale Anlaufstelle des Landes rund um alle Fragen zum Wolf. Zu seinen Kernaufgaben gehört das hessische Wolfsmonitoring – also das systematische Erfassen und Bewerten von Wolfshinweisen, Sichtungen und Spuren nach bundesweiten Standards. Das alles erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Monitoringpartner Landesjagdverband Hessen e. V.. Das WZH koordiniert außerdem die Begutachtung von Nutztierschäden und betreibt die Wolfshotline für akute Fälle. Zusätzlich berät das Zentrum Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Landwirtinnen und Landwirte, Institutionen und Verbände zu allen Fragen rund um den Wolf, organisiert den Wissenstransfer sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Unterstützt wird das Wolfszentrum hierbei von rund 150 amtlichen und ehrenamtlichen Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern in ganz Hessen.
Im Oktober 2024 wurde das Wolfszentrum dem Landesbetrieb HessenForst zugeordnet. Ziel dieser Neuzuordnung ist es, Kompetenzen und Zuständigkeiten zu bündeln, das Monitoring sowie das Schadensmanagement weiter zu stärken und Synergieeffekte zu nutzen.
Die Arbeitsgruppe „Wolf in Hessen“
Die Arbeitsgruppe „Wolf in Hessen“ (AG Wolf) wurde 2021 gegründet, um einen kontinuierlichen, fachlich fundierten Austausch verschiedener Interessensgruppen – etwa aus Weidetierhaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Wissenschaft – sicherzustellen. Ihr Ziel ist es, die Erfahrungen und Perspektiven der beteiligten Akteure konstruktiv in das hessische Wolfsmanagement einzubringen und Empfehlungen zur Verbesserung von Herdenschutz, Öffentlichkeitsarbeit und Schadensausgleich zu erarbeiten.
Was tun bei einem Riss oder einer Wolfssichtung?
Wenn Bürgerinnen und Bürger in Hessen Hinweise auf einen Wolf (Losung, Trittsiegel) oder Wolfssichtungen melden möchten, steht dafür das Online-Meldeportal unter https://monitoring.wolfszentrum.hessen.de/loginÖffnet sich in einem neuen Fenster zur Verfügung.
Wenn Sie einen Nutztierschaden oder Wildtierkadaver mit Verdacht auf Tötung durch einen Wolf melden möchten, wenden Sie sich bitte umgehend telefonisch an die Wolfshotline unter 0611 32 57 2000 (Mo. – So. und Feiertage, 8 – 16 Uhr). Sollte das Nutztierschäden oder Wildtiere mit Verdacht auf Tötung durch einen Wolf nach 16 Uhr aufgefunden werden, lassen sie die Auffindesituation unverändert, decken sie den Kadaver mit einer sauberen Plane ab und halten sie Hunde so wie Aasfresser fern. Kontaktieren sie die Hotline am nächsten Morgen ab 8 Uhr erneut.
Nur über diese offiziellen Kanäle können Hinweise korrekt erfasst, bearbeitet und für das Monitoring genutzt werden.